Viele Praxen kaufen ein Stosswellengerät – und merken nach ein paar Monaten, dass die Resultate schwanken, das Team unsicher ist und die Auslastung hinter den Erwartungen bleibt. Das liegt fast nie an der Technologie allein, sondern daran, dass ESWT (extrakorporale Stosswellentherapie) kein “Knopfdrücken” ist, sondern ein klinischer Prozess: Indikationswahl, Targeting, Dosierung, Verlaufskontrolle, Reha und Kommunikation.
In diesem Beitrag zeige ich Ihnen, wie Sie ESWT in Ihrer Praxis so aufsetzen, dass es gleichzeitig
medizinisch sauber,
für Besitzerinnen und Besitzer verständlich,
für das Team reproduzierbar, und
betriebswirtschaftlich sinnvoll wird.
Dabei beziehen wir uns bewusst auf zwei Systeme, die sich in der Veterinärmedizin ergänzen können: MASTERPULS MP100 VET »ultra« (radial) und DUOLITH SD1 VET »F-SW ultra« (fokussiert), inklusive praxisrelevanter Gerätedetails aus den STORZ Unterlagen.
ESWT wirkt in der Praxis am besten, wenn Sie es als Behandlungsbaustein positionieren – nicht als isolierte Leistung.
Die wissenschaftliche Gesamtschau in der Veterinärmedizin ist klar: Je Indikation gibt es teils ermutigende Resultate, insgesamt ist die Evidenz aber häufig begrenzt und nicht immer unabhängig repliziert.
Das ist kein Nachteil fürs Marketing – im Gegenteil: Eine Praxis, die transparent erklärt, was ESWT kann und was nicht, gewinnt Vertrauen.
Bessere Positionierung statt “Wunder”:
“Wir nutzen ESWT, um Schmerzen zu reduzieren und Funktion zu verbessern – als Teil eines strukturierten Plans mit Reha, Belastungssteuerung und Verlaufskontrolle.”
Wenn Sie nur einen Teil dieses Artikels umsetzen, dann diesen: Bauen Sie eine SOP (Standard Operating Procedure), die jeder im Team versteht.
Indikation & Zielstruktur definieren (Diagnose, Tiefe, Lokalisation)
Modalität wählen (radial vs fokussiert)
Aufklärung + Einwilligung (realistische Ziele, Nebenwirkungen, Reha-Pflichten)
Behandlung standardisieren (Kopplung, Positionierung, Dokumentation der Parameter)
Reha-Plan fixieren (was ist erlaubt, was nicht – schriftlich)
Outcome messen (bei jedem Fall: klinisch + owner reported + ggf. Bildgebung)
Das ist nicht “bürokratisch”. Es ist der Unterschied zwischen zufälligen Einzelfällen und einem wiederholbaren Angebot.
Fokussierte Stosswellen eignen sich besonders für tief liegende Zielgebiete, radiale Druckwellen eher für oberflächennähere Indikationen.
Was heisst das konkret im Praxisalltag?
Radial wird oft zum “Workhorse” für myofasziale Komponenten, Triggerpunkte, oberflächennahe Ansatzareale und Reha-nahe Anwendungen.
Fokussiert spielt die Stärken aus, wenn Tiefe/Targeting entscheidend ist (z.B. bestimmte Strukturen im Hufbereich, tiefe Ansatzregionen, ausgewählte Gelenkindikationen).
Wichtig: Das ist keine Wirksamkeitsgarantie, sondern eine saubere technische Zuordnung – und genau das macht Ihre Beratung glaubwürdig.
MASTERPULS MP100 VET »ultra« (radial): schnell, mobil, teamtauglich
Für viele Praxen ist entscheidend, wie unkompliziert ESWT in den Alltag passt. Laut STORZ Unterlagen ist das System u.a. auf mobilen Einsatz ausgelegt (Tragetasche/Transportkoffer) und rasch einsatzbereit (“in einer Minute”), mit Bedienelementen im Handstück und integriertem Display zur schnellen Navigation. Die technischen Eckdaten (u.a. 0,3–5,0 bar, 1–21 Hz, Handstückkabel 3,50 m, Wirksamkeit bis 50 mm, optional V-ACTOR 31 Hz) sind in der Produktübersicht zusammengefasst.
Praxisnutzen: Weniger “Gerätemanagement”, mehr Zeit am Patienten.
DUOLITH SD1 VET »F-SW ultra« (fokussiert): Targeting, Ergonomie, Tiefe
Beim DUOLITH wird in den Unterlagen besonders die Ergonomie und der mobile Einsatz (Transportkoffer) betont sowie die integrierten Bedienelemente im Handstück.
Dazu kommen die fokussierten Kerndaten: Fokuszone 0–65 mm, therapeutische Wirksamkeit bis 125 mm, Energie 0,01–0,35 mJ/mm² (optional bis 0,55) und wechselbare Vorlaufstrecken für präziseres Arbeiten.
Praxisnutzen: Wenn Sie Fälle haben, bei denen Tiefe/Präzision den Unterschied macht, wird das Konzept klinisch “runder”.
Ein typischer Fehler ist “ESWT für alles”. Besser ist ein Portfolio, das zu Ihrem Team und Ihrer Kundschaft passt.
STORZ listet beispielhafte Anwendungsgebiete für Pferde (z.B. Insertionsdesmopathien, Tendinopathien, Arthrose, Hufrollensyndrom, Kissing Spine, Triggerpunkte, Wundheilung, Narbengewebe) sowie für Kleintiere/Hunde (u.a. Tendinopathien, Arthrose, Hüft-/Ellbogendysplasie, Cauda-equina-Syndrom, Triggerpunkte, Wundheilung, Narbengewebe).
So machen Sie daraus ein klares Angebot (Beispiel):
Pferd: PSD/Ansatzprobleme + ausgewählte Rückenfälle + Huf-/Fuss-Targeting (fokussiert)
Hund: OA-Programm (Hüfte/Knie) + Schultersehnen + myofasziale Reha (radial)
Das Ziel ist nicht, jede Indikation abzudecken, sondern Ihre “Top 3–5” sauber zu beherrschen.
Gerade beim Pferd ist die Diskussion um Analgesie und Wettbewerb zentral. Die AAEP weist explizit auf die ethische Balance hin (Nutzen vs Risiko des Maskierens von Schmerz) und empfiehlt eine minimale 72-Stunden-Wartezeit für den Einsatz von ESWT im Kontext von Wettbewerb (zusätzlich zu den jeweiligen Regeln der Disziplin/Jurisdiktion).
Was Sie daraus praktisch ableiten sollten:
ESWT nie ohne klare Belastungsanweisung
“Besser laufen” ≠ “belastbar” (schriftlich festhalten)
bei Sportpferden immer Regeln ansprechen und dokumentieren
Diese Professionalität verkauft sich überraschend gut – weil sie Vertrauen schafft.
In der Veterinärmedizin gibt es (anders als in der Humanmedizin) keine einheitliche Kassenlogik – Sie gestalten Preise im Rahmen Ihrer Praxispositionierung. Der Trick ist, ESWT nicht als “Gerät” zu verkaufen, sondern als Programm.
ROI wird stabil, wenn Sie drei Dinge kombinieren:
Serienlogik: viele Protokolle arbeiten mit mehreren Sitzungen (z.B. 2–3) – die systematische Review beschreibt genau dieses Muster als häufig.
Pakete: z.B. “ESWT + Reha-Check + Verlaufskontrolle” statt nur “1 Sitzung”
Zuweiserfähigkeit: Wenn Sie Outcomes dokumentieren, werden Sie zur Anlaufstelle für komplizierte Fälle.
Eine Behandlung kann je nach Dauer, Gerät und Behandlungsprotokoll zwischen CHF 50.- und CHF 220.- Kosten. Damit rechnet sich ein Gerät bereits nach 2-3 Anwendungen pro Monat. Dadurch kann ESWT wirklich zum nutze des 'Patienten' eingesetzt werden.
Praktischer Tipp: Planen Sie Ihre Kapazität in 20–30 Minuten Slots (inkl. Setup und Dokumentation). Wenn ein System “einsatzbereit in einer Minute” und mobil ist, reduziert das Overhead spürbar.
Wenn Sie ESWT messbar machen, wird es automatisch “verkaufsstärker” – weil Sie nicht behaupten müssen, sondern zeigen können.
Minimal-Set pro Patient (ohne grosses Drama):
klinischer Score (Lahmheit/Funktion)
1–2 owner reported Fragen (z.B. Aktivität, Treppen, Aufstehen)
Foto/Video standardisiert (Start vs Kontrolle)
bei ausgewählten Fällen: Ultraschall- oder Röntgen-Follow-up
Das ist genug, um in einem Jahr Fallserien zu haben, die Ihre Website und Social Media füllen – ohne Übertreibung.
Wenn Ihr Ziel ist, in der Schweiz bei “Stosswellentherapie Pferd/Hund” ganz vorne zu sein, brauchen Sie keine aggressiven Claims – Sie brauchen Antworten, die besser sind als die der Konkurrenz. Regelmässige, kurze Blog posts oder Fallstudien geben schnell das notwendige Vertrauen und positioniert Ihre Praxis stark in ihrer Umgebung.
Pro Indikation eine Seite: “Was ist es?”, “Für wen sinnvoll?”, “Wie läuft es ab?”, “Risiken/Limitierungen”, “Was kostet das ungefähr?”
FAQ (kurz, konkret)
Fallbeispiele (anonymisiert, mit Verlauf)
Interne Verlinkung zwischen Ihren Blogposts (1→2→3→4→5→6→7)
Lokale SEO-Signale: “Schweiz”, “Kanton”, “Region”, “Tierklinik/Tierarztpraxis”, plus klare Kontakt-CTAs
Und dann: Schreiben Sie so, wie Sie auch in der Sprechstunde sprechen. Seriös gewinnt.
Braucht es Sedation?
Manchmal ja, oft nein – abhängig von Tier, Areal, Lärmempfinden und Handling. Wichtig ist ein sicherer, reproduzierbarer Ablauf.
Wie viele Sitzungen sind üblich?
Je Indikation unterschiedlich. In der Literatur sind 2–6 Sitzungen in 1–3-wöchigen Intervallen häufig, aber die Evidenz ist je Anwendung begrenzt.
Kann ESWT eine OP ersetzen?
Bei einzelnen Fällen kann ESWT Teil eines konservativen Plans sein. Ob das eine OP vermeidet, hängt von Diagnose, Läsion und Verlauf ab – das muss individuell entschieden werden.
Was ist der Unterschied zwischen radial und fokussiert?
Radial wirkt typischerweise eher oberflächennah, fokussiert eignet sich besonders für tiefer liegende Zielgebiete.
ESWT wird dann zu einem echten Praxis-Asset, wenn Sie es als Konzept aufsetzen: SOP, Indikationsportfolio, Verlaufskontrolle, Reha-Integration und klare Kommunikation. Geräte wie MASTERPULS MP100 VET »ultra« (radial, mobil, handstückgeführt) und DUOLITH SD1 VET »F-SW ultra« (fokussiert, Tiefe/Targeting, Vorlaufstrecken) unterstützen genau diese Prozessqualität – weil sie den Alltag einfacher und reproduzierbarer machen.
Wenn Sie möchten, kann MVB Medizintechnik mit Ihnen zusammen ein ESWT-Angebot aufbauen, das nicht nur “funktioniert”, sondern auch gefunden, verstanden und gebucht wird – ohne wissenschaftlich wacklige Versprechen.
Boström, A., Bergh, A., Hyytiäinen, H., & Asplund, K. (2022). Systematic Review of Complementary and Alternative Veterinary Medicine in Sport and Companion Animals: Extracorporeal Shockwave Therapy. Animals, 12(22), 3124.
American Association of Equine Practitioners (AAEP). (2025). Position Statement on the Use of Extracorporeal Shockwave Therapy (ESWT).
Frisbie, D. D., Kawcak, C. E., & McIlwraith, C. W. (2009). Evaluation of the effect of extracorporeal shock wave treatment on experimentally induced osteoarthritis in middle carpal joints of horses. American Journal of Veterinary Research, 70(4), 449–454.
Mueller, M., Bockstahler, B., Skalicky, M., Mlacnik, E., & Lorinson, D. (2007). Effects of radial shockwave therapy on the limb function of dogs with hip osteoarthritis. Veterinary Record, 160(22), 762–765.
MVB Medizintechnik AG mit Sitz in Frick (Schweiz) ist ein spezialisierter Distributor in den Bereichen Kardiotokografie (CTG) für Gynäkologie und Geburtshilfe sowie Stosswellentherapie. Das Unternehmen bietet eine Auswahl an CTG-Produkten und weiteren gynäkologischen Geräten sowie moderne Stosswellengeräte und andere innovative Produkte für die Frauengesundheit.